31 Okt

Blog 48 „wieder zuhause“

Die Tage werden kürzer, der Bäcker hat geschlossen, unser Lieblingsrestaurant macht dicht und es wird frischer. Das sind die Zeichen, die mich bewegen nach Hause zu fahren. Am Dienstag morgen verabschiede ich mich von allen und fahre die ganze Fahrt in strahlend blauem Himmel. Morgens nach dem Frühstück sitze ich mit freiem Oberkörper vorm Kutter in der Sonne und lese. Komme in der Sonne zu Hause an und kann noch im trockenen Ausladen. Dann beginnt der Regen und es folgt die Zeitumstellung, die die Tage noch kürzer erscheinen lassen. 

Mein schweizer Freund Hugo berichtet über whatsapp, dass wohl am Tage nach meiner Abreise ein solches Unwetter durchzieht, dass der halbe Campingplatz ohne Strom ist und seit Tagen kein W-Lan mehr geht. 

Hab wohl alles richtig gemacht denk ich – doch dann schau ich gestern auf die Wetterapp und sehe, dass die Jungs dort unten 20 Grad haben und einen royalblauen Himmel.  🙁

Der Kutter ist soweit wieder einsatzfähig, denn am kommenden Wochenende geht es nach Oberhausen ins Gasometer zu einer Fotoausstellung (Makrofotografie). Am 9.11 spielt Gregor Meyle in Giessen und Ende November geht es nach Wiesbaden zum Rollstuhl-Basketball Derby Wiesbaden-Lahndill. Und bald ist ja wieder April denn am 02.04. geht´s schon wieder los. 🙂

bis bald

 

12 Okt

Blog 47 „Die Plätze werden leerer“

Seit dieser Woche wird es ruhiger auf dem Platz. Das Wetter wird immer besser. Heute ist es windstill und strahlend blau, sodaß ich im Kutter sitz und kurz diesen Blog schreib. Draußen ist es echt schwierig ohne Schatten. Aber so wollte ich es ja – schade nur, dass Mareike vom Wetter her etwas Pech hatte. Auf dem Bouleplatz ist immer noch viel los. Gestern waren wir zu zehnt. Ich erinnere mich an Zeiten, da bin ich um 15.00 Uhr zum Platz und um 15.30 Uhr wieder zurück weil niemand gekommen ist. Leider spiele ich im Moment sehr schlecht. Die ersten haben mich schon gefragt was los ist.

Meine schweizer Familie (Tom, Lea, Luis, Miro und Emma) ist auch wieder da. Wir haben uns letztes Jahr hier kennen gelernt. Es sind gerade viele Kids hier und die spielen abends mit Stirnlampen und Walkie Talkies Räuber und Gendarm. Das erinnert mich an meine Kindheit in Lenste an der Ostsee. Nur hatten wir keine Walkie Talkies und Stirnlampen sondern Taschenlampen, die gut und gern 2 Kilos wogen und wir hatten von den Karl-May Festspielen in Bad Segeberg, von der Zeitung „Hörzu“, Plastik Stirnbänder mit Hörzuaufdruck und einer Indianerfeder. Zum Glück war das Stirnband auf der Innenseite weiß, sodaß es dann gedreht werden konnte. Wir liehen uns Lippenstifte und sonstiges von den Erzieherinnen um die Strinbänder im Indianerstyle zu bemalen.

So ändern sich die Zeiten. Schön finde ich aber, das wir, sowohl wie die Kids gestern, von ihren Eltern gesucht und eingesammelt werden müssen um sie völlig eingesandet, salzig und vom Wind zerzaust in die Schlafsäcke zu verfrachten. 

a bientot

05 Okt

Blog 46 „Wo kommen die nur alle her“


Seit fast vier Wochen bin ich nun hier und es ist bis auf 2 oder 3 Tage jeden Abend alles voll. Was mich nervt ist, dass es nur Durchreisende sind. Rentner, die in Südspanien oder Portugal überwintern. Alle sind bettflüchtig und morgens ab 7.00 Uhr geht die Packerei los. Staukasten auf, Markisenstange rein, Staukasten zu – Staukasten wieder auf, da der fleissige Störenfried die gelben Unterlegkeile vergessen hat. Dann kommen… nee sorry – hab Staukasten zu vergessen… dann kommen die Fahrräder hinten drauf usw. Dann wird das Wohni gestartet und Muddi gibt Anweisungen beim Ausparken, die, da vaddi ja schon etwas schwerer hört, auch gut und gern am anderen Ende des Campingplatzes noch zu hören sind. Das wäre ja alles noch erträglich, wenn gerade bei denen, die mit VW Bulli unterwegs sind und keine Toilette haben, des Nachtens dann auch noch das Granufink ständig versagt und alle 3 Stunden die Schiebetür so zugehauen wird, das Muddi bestimmt senkrecht im Bulli steht. Dann müssen sie bis 12.00 Uhr vom Platz sein und um 12 Uhr 15 baut der nächste Bettflüchtling alles auf was er hat, um dann am nächsten Tag wieder zu verschwinden – das nervt 😡.

Heute ist Vollmond und seit drei Tagen haben wir ganz tolle Sonnenuntergänge.

Zum Schluss noch ein kleines Rätsel. Wie hoch ist diese Steilküste. Wer am nächsten dran ist bekommt ein kleines Present aus Südfrankreich.

a bientot

 

 

 

01 Okt

Blog 45 „Irre Leute kennengelernt“


Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich wollte blogen, lesen und und und. Jetzt sind drei Wochen um und ich habe weder geblogt und nur ein Buch gelesen. Gestern habe ich dann Mareike zum Flughafen nach Toulouse gebracht und nun bin ich wieder alleine – aber der Reihe nach.

Gleich am ersten Freitag ist das nächste Bouleturnier und ich freue mich sehr darauf. Ich stehe schon um 7.30 Uhr auf (welch ein Opfer) und bin pünktlich um 8.45 Uhr auf dem Bouleplatz zum Einschreiben. Dann folgt die Auslosung und ich treffe ausgerechnet auf den größten Deppen des Vereins. Einer, der einen, ohne einmal Luft zu holen, den ganzen Tag vollabert und alles besser kann und sich aufführt, dass einige meiner guten Freunde mich fragen, wie ich das den ganzen Tag wohl aushalten werde. Ich halte es aus – zwar mit Halsschlagadern wie Gartenschläuche, aber es geht – bin ja Sportsmann. Zum Glück scheiden wir mir zwei Siegen und zwei  Niederlagen nach der Vorrunde aus. Trotzdem verbringe ich einen schönen Tag auf dem Bouleplatz, obwohl auch das Mittagessen sehr gewöhnungsbedürftig ist. Es gibt Cassoulet, einen Eintopf aus dem süden Frankreichs, mit weißen Bohnen, Speck, gepökeltem Schweinefleisch und Würstchen.  Es schmeckt auch so wie es aussieht!

Wir haben zu Hause bei uns eine alte Bruchsteinmauer, die Konsistenz würde sich prima zum verfugen eignen. Ich fühle mich auf jedenfall noch am nächsten Tag, wie der Wolf von den sieben Geisslein, dem sie Wackersteine in den Bauch gelegt haben. Egal, wir sitzen zusammen, Essen und trinken und haben viel Spass.

Was ich nicht recht verstehe ist, das dann dem Koch auch noch gehuldigt wird 😂😂😂😂 – obwohl, seine Paella ist sonst echt richtig gut.

Die Kochhuldigung

Ende der ersten Woche kommen Barbara, Mathias und Sahra mit der kleinen Emma. Wir kennen die Familie über meine Mutter. Sie haben einen noch älteren Kutter wie wir. Er hat sogar schon ein „H“ Kennzeichen. Sehr nette Leute, mit denen wir viel Zeit verbringen und gerade Emma macht Mareike viel Spass. Am letzten Abend laden sie uns zum Essen ein und als ich meine Austern esse möchte Emma auch eine. Ich gebe ihr eine leere Auster, die sie dann wie ich, genüsslich schlürft. 😂😂😂😂😂

Dann treffen wir eine Familie mit drei Jungs – „richtigen Jungs“! Wir kommen ins Gespräch und fragen, ob denn schon Ferien in Bayern sind. Mit nichten… sie haben die Mutter und die Kinder abgemeldet und als „reisend“ erklärt, so entfällt die Schulpflicht. Sie kaufen ein 8,50 Meter langes Wohni, das noch keinen Namen hat und wollen ein Jahr durch die Welt ziehen. Wir verbringen viele nette Stunden mit interessanten Gesprächen, gerade was das Umfeld zu ihrer Idee gesagt hat. Jetzt, wo Mareike weg ist kommt mir die Idee, dass ich vielleicht gerne ein Stück mit Ihnen rumgezogen wäre. Leider sind sie schon los Richtung Barcelona. Wir werden Ihren Blog verfolgen und hoffen, dass wir uns irgendwo wieder sehen. Ich habe Ilona gerade eine Mail geschrieben und um ein Foto gebeten, das ich dann an dieser Stelle noch veröffentlichen werde.

Editiert am 04.10.2017: Ilona hat schnell geantwortet und genauso schnell ist das Bild online.😜

Mareike und ich fragen uns, wo denn die Zeit hingerannt ist und wir so „wenig“ gemacht haben? Klar – wenn man erst um 11.00 Uhr mit dem Frühstück fertig ist, ich um 15.00 Uhr zum Boule spielen gehe und es dann um 20.00 Uhr schon wieder dunkel wird, sind die Tage einfach kurz.  Wir geniessen die Zeit am Meer oder am Pool und lassen mich zu Wasser. Herrlich, im Pool zu dümpeln und mit der Gopro zu spielen. 

Neben uns steht noch ein alter Hymer. Katja und Andy mit ihrem Sohn Fynn. Auch mit denen haben wir guten Kontakt und feiern sogar Mareikes Geburtstag zusammen mit Hugo unserem Schweizer, Kuchen und Sekt. 

Ich bin gespannt wie es nun weiter geht. Es ist immer noch sehr voll und keiner macht Anstalten weiter zu reisen.

a bientot