Blog 224 „Carrières des Lumières“

Was für ein Erlebnis!!! Nach einer ruhigen Nacht am Friedhof – da fällt mir gerade der Song von Wolfgang Ambros „es lebe der Zentralfriedhof“ ein, fahren wir heute in die Höhlen von Les Baux de Provence. Sie befinden sich ca. 400 Meter entfernt vom Städtchen. Es ist ein weltberühmter unterirdischer Steinbruch, aus dem Steinblöcke zum Bau antiker Gebäude geschnitten wurden. Auf einer Flächen von über 7000 Quadratmetern werden mit 100 Beamern, Kunstwerke von Picasso und der Feministin Frida Kahlo, an die Wände der Höhle projiziert. Im Internet wird empfohlen warme Kleidung mitzubringen, da es in der Höhle nur 14 – 16 Grad sein soll. Ich habe es aber die gut zwei Stunden, in T-Shirt und Short ausgehalten, war aber froh, als ich wieder draußen in der Sonne war.
Man wird am Eingang von sehr netten Leuten empfangen, die bei der Anmeldung helfen. Es öffnet sich die Tür und man steht da und weiß nicht, was man sagen oder tun soll. Wir setzen uns erst einmal auf eine Felsbank gleich neben der Eingangstür und haben beide  Pipi in den Augen. Es ist so gewaltig, in dieser 20 bis 30 Meter hohen Höhle die Kunstwerke an den Wänden, der Decke und dem Boden zu sehen. Dazu läuft eine Musik, die die Bilder lebendig macht. Die Projektion von Picasso dauert 30 Minuten und die von Frida Kahlo etwa 15 Minuten. Die beiden Vorführungen laufen in Dauerschleife und man kann sich so lange man will in der Kunsthalle aufhalten.
Beschreiben kann ich nicht, was da abläuft. Ich kann nur sagen, dass wir selten so beeindruckt waren. Dadurch, das man während der Vorführung durch die Höhlengänge laufen kann, sieht man die Bilder immer wieder aus anderen Perspektiven. Es sind an diesem Vormittag nur wenig Leute da und gegen Mittag sind wir fast alleine in der Höhle. 
Selbst nach ein paar Tagen zu Hause, sind die Bilder und Impressionen immer noch tief in unseren Köpfen – wirklich wirklich unfassbar schön!!! Das ganze nennt sich dann „Carrières des Lumières

Ich lasse aber nun lieber die Bilder sprechen:


Video zur Ausstellung von Picasso & Frida Kahlo in der Höhle
Diashow zur Reise

a bientôt… Bis bald, dass war der letzte Blog des Urlaubs.

 

 

Blog 223 „Les Baux de Provence“

Dienstag, den 02.06. nehmen wir Abschied vom Meer und von Gruissan. Es geht nach „Les Baux de Provence„. Die 200 Kilometer sind schnell abgespult und wir finden in „Mausanne les Alpilles“ einen sehr netten kleinen „Campingplatz„, der um den örtlichen Friedhof herum gebaut ist. Prima – keine Animation nur Ruhe, aber was soll es auch direkt neben dem Friedhof anderes geben. Da bekommt der Begriff „ich habe geschlafen wie ein Toter“ eine treffende Bezeichnung. 
Vom Campingplatz gibt es zwei Routen nach Les Baux de Provence – wir nehmen die falsche und müssen den letzten Kilometer Serpentinen fahren. Oben angekommen treffen wir auf ein wunderschönes Städtchen ohne Autos, das sich an die alte Burgruine schmiegt. Die kleinen Geschäfte sind alle sehr liebevoll eingerichtet. Nette Cafés und Restaurants in alten Steinhäusern, die zum Pause machen einladen. Es herrscht einfach eine friedliche Stimmung in den kleinen engen Gässchen. Von hier oben geht es dann, ohne einmal zu treten, die 5 Kilometer zurück zum Campingplatz.

Bilder aus dem Städtchen:

a bientôt…

Blog 222 „wohltuende Meerzeit“

03.06. – es heisst Abschied nehmen. Seit vielen Jahren sind wir nun mindestens zweimal im Jahr in Gruissan und wir entdecken tatsächlich immer noch Sachen, die „neu“ für uns sind. Der Tag auf dem Berg, mitten in Gruissan, oder die Kathedrale von Narbonne. Und wenn ich jetzt hier so sitze und schreibe, fallen mir schon wieder Dinge ein, die wir schon immer mal besuchen wollen. Das Weingut von Pierre Richard zum Beispiel.
Das Wetter war noch nie so gut, wie in den letzten drei Wochen. Wir hatten „keinen Wind“, was hier noch nie da war. Stets eine leichte Brise vom Meer. Royalblauer Himmel und einer Wassertemperatur von anfangs 18° bis zuletzt 24°. Es gab Tage, da war es am Strand tagsüber zu warm, da sind wir dann spät nachmittags nochmal ans Wasser. Mareike ist tapfer jeden Morgen um 7.00 Uhr ins Meer. Oft ohne jemanden am weiten Sandstrand zu sehen. Wir waren mit Freunden essen, haben hier und da einen Apero gemacht. 
Uns ist leider aufgefallen, dass der Campingplatz etwas nachlässt. Es gibt keine zweite Matte am Strand, die Hecken sind nicht alle geschnitten und auch sonst könnte man hier und da mal etwas erneuern. Aber für 25.-€ lässt sich das noch gut ertragen. Das Camping eigene Restaurant kämpft schon all die Jahre ums Überleben. Bei dieser top Location müsste sich doch mal jemand finden, der den Laden zum Laufen bringt – leider nicht. Es gibt Jahre, da ist im Frühjahr ein neuer Besitzer, der im Herbst schon wieder weg ist. 
Wir haben viel gelesen und werden nun noch in die Provence fahren.

Abschlußbilder aus Les Ayguades:

a bientôt…

 

Blog 221 „mitten in Gruissan“

Im Winter habe ich ein Video von einem Holländer auf YouTube gesehen, der in der Altstadt von Gruissan, auf einem unbewohnten Hügel gedreht hat. Es gibt da wohl einen Olivenhain in dem alte Bunkeranlagen und Steinhäuser stehen. Es hat uns also interessiert, zumal wir gar nicht wußten, das es oberhalb vom Friedhof noch weiter geht.  Am Sonntag, den 31.05 machen wir uns auf den Weg. Bis nach Gruissan können wir fast mit verbundenen Augen fahren, aber dort hoch auf den Berg… wir versuchen es vom Friedhof aus, aber die Straße wird so steil, dass mein kleiner Chinese ganz schön die Backen aufblasen muss. Irgendwann beginnt Schotter und es geht für mich nicht mehr weiter. Mareike geht zu Fuß hoch und erkundet erstmal das Terrain. In der Zwischenzeit schaue ich auf dem Handy, ob es nicht noch eine weitere Möglichkeit gibt, dort hoch zu gelangen. Die Olivenbauern müssen ja ihre Ernte irgendwie von diesem Berg bekommen. Mareike kommt zurück und sagt, dass es oben recht gerade und der Schotter fest ist. Ich habe in der Zwischenzeit einen Weg gefunden und fahre wieder bergab, einen Kilometer durch die Stadt und beginne dann erneut den Aufstieg. Ich schaffe es mit Serpentinen fahren gerade so auf der letzten Rille bis nach oben. Die zwei Millimeter Profil, die ich bergauf abgeschmirgelt habe, rentieren sich aber so richtig. Hier oben hat man einen Ausblick der gigantisch ist. Narbonne-Plage, Les Ayguades, Narbonne, die Saline, Port La Nouvelle, ganz Gruissan und natürlich die Pyrenäen. Und dann auch noch bei diesem klaren Wetter. Zum Glück habe ich die Drohne mitgenommen. Ferner gibt es hier oben eine kleine Aussichtsplattform, die rund herum mit glasierten Kacheln beklebt ist, auf denen wir die Städte und die Tierwelt der Region gezeigt bekommen. Hier kommt dann auch meine neue Instagram 360 X4 360° Kamera zum ersten Einsatz. Wir bleiben bestimmt zwei Stunden hier oben und es begegnet uns in dieser Zeit nur ein Pärchen.

Hier die Impressionen von diesem tollen Berg:

a bientôt…

 

Blog 220 „Kathedrale von Narbonne“

Dienstag, 26.05! 9.00 Uhr ist Abfahrt nach Narbonne zur Kathedrale. Jetzt fahren wir schon lange hier in den Süden, haben es aber nie in diesen ehemaligen katholischen Bischofssitz geschafft. Mit 41 Metern Gewölbehöhe zählt sie zu den höchsten Frankreichs.
Aber der Reihe nach!
Zuerst heißt es 20 km radeln gegen recht starken Fratzenwind. Gut, dass wir so früh sind. Die Salzwiesen, die sich am Canal du Robine aneinanderreihen sind menschenleer und wir genießen die Ruhe und die tolle Landschaft. Nach gut einer Stunde sind wir an der Markthalle von Narbonne. Wir finden die Architektur sensationell. Drinnen ist es für eine Markthalle sehr gemütlich. Jeder gibt sich mit seinem Stand sehr viel Mühe. Ferner gibt es viele kleine Bars und Restaurants, die man bei uns so nicht kennt. Eine lange Theke mit Barhockern und zwei drei Stehtische, an denen man direkt die frischen Sachen vom Markt zubereitet bekommt. Austern, Fisch, Fleisch, Paellas oder Gemüse, sowie jede Menge Nachtisch, Kuchen oder Törtchen.

…keine Angst, ich schreibe jetzt nicht nur übers Essen…

Auf dem weitern Weg zur Kathedrale kommen wir an einem Markt ganz besonderer Art vorbei. Ein Gebraucht-Klamotten Markt. Ein Kleintransporter nach dem anderen. Jeder hat einen Mords Tisch vor seine Karre mit hohen Kleiderbergen, in denen die Leute nach Herzenslust wühlen. Hier muss wohl auch der Begriff „Wühltisch“ erfunden worden sein. Es gelten Einheitspreise „ein Teil 2€, zwei Teile 3€“, egal ob Pferdegrößendecke für mich oder Babysachen. Wir sind uns sicher, dass die Jungs nachts die Altkleidercontainer leer machen.

Die Kirche ist echt imposant, aber es fällt auf, dass sie sehr runtergekommen ist. Da hängen riesige Teppiche an der Wand, die jeden Vorwerkvertreter das Herz höher schlagen lassen würden. Die Motive sind oft nur zu erahnen und am unteren Rahmen ist nur noch eine Zentimeter dicke Staubschicht zu sehen. 
Eine Führung bleibt gerade in meiner Nähe stehen und so erfahre ich, dass der Kirche beim Bau wohl das Geld ausgegangen ist. Um den Weiterbau zu finanzieren, konnten wohlhabende Bürger der Stadt Steine kaufen, die die Steimetze dann mit ihren Familienwappen versahen.

Mit Hunger geht es zurück zur Markthalle und da ich dort an den Stehtischen blöd aussehe, kaufen wir Baguette, Salami, Käse und Erdbeeren und picknicken draußen auf einer Bank. Auf der Heimfahrt brechen wir jegliche Geschwindigkeitsrekorde, denn der Wind hat zugenommen und kommt jetzt von hinten.

Toller Ausflug!!!

Bilder der Markthalle und der Weg durch Narbonne:

Bilder der Kathedrale:

a bientôt

 

Blog 219 „Drachenfest in Narbonne-Plage“

Samstag, 23. Mai. Um 10.00 Uhr geht es los zum jährlich stattfindenden Drachenfest nach Narbonne Plage. Eine Woche chillen am Strand, bei bestem Wetter ist nun genug.  Es treibt uns wieder unter die Menschheit. Die Pause hat uns aber richtig gut getan. Gesund essen, viel lesen, und vor allem schlafen, schlafen, schlafen. Wir freuen uns schon sehr auf das farbenprächtige Schauspiel all der Drachen am royalblauen Himmel. Kameras eingepackt und nach gut 15 Minuten sind wir dort. Die Promenade in Narbonne-Plage wurde komplett neu gemacht und wir müssen sagen „alle Achtung – echt schön!“ Der Wind spielt mit und so sind viele Drachen in der Luft. Leider schafft es der „größte Drachen der Welt“ nicht, für ihn ist morgens noch zu wenig Wind. Er soll aber am Nachmittag in der Luft gewesen sein.
Einen Kilometer Strand, auf einer Breite von fast 100 Metern, wird für dieses Festival abgesperrt. Der ganze Abschnitt wird beschallt und ab 14.00 Uhr fangen die Synchron-Flugshows an. Mit bis zu 10 Piloten werden Zwei – oder Vierleiner zur Musik geflogen. Unglaublich, was man mit so einem Lenkdrachen für Figuren fliegen kann. Gegen 15.00 Uhr wird es uns auf der Promenade zu voll. Nach einer Woche Ruhe, ist uns das dann doch zuviel und wir fahren nach Hause. Tolle Bilder im Kopf und jede Menge Fratzenbrand im Gesicht. Man schaut halt ein bis zwei Stunden nach oben, direkt in die Sonne.

Video – Soloflugshow eines Lenkdrachen

a bientôt