Blog 220 „Kathedrale von Narbonne“

Dienstag, 26.05! 9.00 Uhr ist Abfahrt nach Narbonne zur Kathedrale. Jetzt fahren wir schon lange hier in den Süden, haben es aber nie in diesen ehemaligen katholischen Bischofssitz geschafft. Mit 41 Metern Gewölbehöhe zählt sie zu den höchsten Frankreichs.
Aber der Reihe nach!
Zuerst heißt es 20 km radeln gegen recht starken Fratzenwind. Gut, dass wir so früh sind. Die Salzwiesen, die sich am Canal du Robine aneinanderreihen sind menschenleer und wir genießen die Ruhe und die tolle Landschaft. Nach gut einer Stunde sind wir an der Markthalle von Narbonne. Wir finden die Architektur sensationell. Drinnen ist es für eine Markthalle sehr gemütlich. Jeder gibt sich mit seinem Stand sehr viel Mühe. Ferner gibt es viele kleine Bars und Restaurants, die man bei uns so nicht kennt. Eine lange Theke mit Barhockern und zwei drei Stehtische, an denen man direkt die frischen Sachen vom Markt zubereitet bekommt. Austern, Fisch, Fleisch, Paellas oder Gemüse, sowie jede Menge Nachtisch, Kuchen oder Törtchen.

…keine Angst, ich schreibe jetzt nicht nur übers Essen…

Auf dem weitern Weg zur Kathedrale kommen wir an einem Markt ganz besonderer Art vorbei. Ein Gebraucht-Klamotten Markt. Ein Kleintransporter nach dem anderen. Jeder hat einen Mords Tisch vor seine Karre mit hohen Kleiderbergen, in denen die Leute nach Herzenslust wühlen. Hier muss wohl auch der Begriff „Wühltisch“ erfunden worden sein. Es gelten Einheitspreise „ein Teil 2€, zwei Teile 3€“, egal ob Pferdegrößendecke für mich oder Babysachen. Wir sind uns sicher, dass die Jungs nachts die Altkleidercontainer leer machen.

Die Kirche ist echt imposant, aber es fällt auf, dass sie sehr runtergekommen ist. Da hängen riesige Teppiche an der Wand, die jeden Vorwerkvertreter das Herz höher schlagen lassen würden. Die Motive sind oft nur zu erahnen und am unteren Rahmen ist nur noch eine Zentimeter dicke Staubschicht zu sehen. 
Eine Führung bleibt gerade in meiner Nähe stehen und so erfahre ich, dass der Kirche beim Bau wohl das Geld ausgegangen ist. Um den Weiterbau zu finanzieren, konnten wohlhabende Bürger der Stadt Steine kaufen, die die Steimetze dann mit ihren Familienwappen versahen.

Mit Hunger geht es zurück zur Markthalle und da ich dort an den Stehtischen blöd aussehe, kaufen wir Baguette, Salami, Käse und Erdbeeren und picknicken draußen auf einer Bank. Auf der Heimfahrt brechen wir jegliche Geschwindigkeitsrekorde, denn der Wind hat zugenommen und kommt jetzt von hinten.

Toller Ausflug!!!

Bilder der Markthalle und der Weg durch Narbonne:

Bilder der Kathedrale:

a bientôt