Mittwoch, 13.05.26 Uhrzeit 14.00 Uhr – nach etlichen Renovierungen, Ersatzteilen aus Griechenland und Holland, setzt sich der Kutter, nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich wieder in Bewegung. Es geht gen Süden. Metz, Nancy, Lyon. Das Wetter ist bescheiden. Regen und Sonne wechseln sich ab. Durch den Feiertag am Donnerstag, sind nur wenig LKW unterwegs. Der Kutter läuft tadellos und so genießen wir die Fahrt durch die Mitte Frankreichs. Hier gibt es nur wenige Dörfer, geschweige denn Städte, dafür umso mehr Landwirtschaft und vor allem Rinderzucht. Wolkenformationen fesseln unsere Blicke, die sich Kilometer für Kilometer verändern. Mal ist es auf der linken Seite schwarz wie die Nacht und rechts ist blauer Himmel mit Schäfchenwolken. Es beginnt zu schütten. Die Scheibenwischer schaffen es kaum, das Wasser von der Scheibe zu bekommen. Zwei Kilometer weiter scheint die Sonne vom royal blauen Himmel. Wir übernachten kurz hinter Lyon auf einem kleinen Campingplatz. Er ist recht schief und wir benötigen vorne rechts zwei Keile zum unterlegen, damit wir einigermaßen gerade stehen. Die ganze Nacht schüttet es und als wir am Morgen aufbrechen wollen, muß Mareike den untersten Keil mit einem Schraubenzieher aus dem Schlamm popeln.
Wir kommen trotz wieder einsetzendem Regen gut voran. Den Campingplatz in Gruissan haben wir ab Sonntag gebucht. Wir sind aber schon am Freitag Nachmittag da. Ich gehe in die Rezeption und frage, ob unser Platz schon frei ist. Leider nicht – so fahren wir drei Kilometer weiter auf einen Stellplatz, kurz vor Narbonne-Plage. Der Plan ist, am Samstag morgen nach Gruissan zu fahren um dort die Windsurfrennen des „Defi Wind“ zu verfolgen. Es blässt aber ein so eisiger Wind, dass wir beschliessen, im Bus zu bleiben und uns vom Sturm gemütlich schaukeln zu lassen. Am Sonntag morgen lässt der Wind nach und wir checken ab 12.00 Uhr auf unserem Campingplatz ein. Wir bauen schnell auf und dann geht es erstmal zum Meer. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber jedesmal, wenn ich oben am Strand sitze, aufs Meer blicke und die Pyrenäen im Hintergrund sehe, wird mir ganz plümmerant. Es ist wohl die Magie des Meeres, die mich schon seit meiner Kindheit an der Ostsee begleitet.
a bientôt