Blog 124 „die Flußmündung in Odeceixe“

Nach einer sehr ruhigen Nacht im Eukalyptuswald atmen wir jetzt freier durch und beginnen den 24.04.23 mit einem gemütlichen Frühstück und haben dann vor, nach Vila Nova de Milfontes  zu fahren. Dort treffen wir auch wieder Siggi & Moni. Da es wenige Kilometer bis dorthin sind, findet Mareike auf der Route noch einen kleinen Zwischenstop in Odeceixe. Hier fließt der Ribeira de Seixe in den Atlantik. Es sind nur drei Kilometer links ab bis ans Meer – also Blinker links und los. Der kurze Weg bis dorthin dauert fast so lange wie die ca. 30 Kilometer bis Milfontes. Der teils sehr enge Feldweg mit unzähligen Löchern hat schon was von einer Art „Camel Trophy“, doch der Blick am Ende entschädigt für das Gerumpel und Geschaukel – genial!
Der kleine Fluß hat sich hier einen Weg ins Gestein geschnitten von ungefähr 200 Metern Breite. Bei Ebbe entstehen Sandbänke und zwischen diesen planschen die Kinder wie in einer Art Pfütze. Im Moment ist so gut wie niemand da. Mareike klettert nach unten und freut sich über den feinen Sandstrand. Wir genießen den Augenblick sehr. Man hört nur die Brandung und spürt die Sonne und den Wind. Genug gechillt auf geht’s nach Milfontes.

até breve

Blog 123 „Sagres“

WOW WOW WOW – mehr fällt mir erstmal nicht ein zu dem, was die Klippen von Sagres bieten. Es ist nicht viel los dort oben und so lässt sich Mareike viel Zeit zum Erkunden und kommt mit 418  gemachten Bildern wieder zurück. Ich stehe an den Klippen, warte auf sie und versuche mir vorzustellen wieviel Wasser das wohl sein müsste bis nach NewYork rüber. Ich habe das Gefühl, dass man sogar von dort oben  die Erdkrümmung erahnen kann. Dann geht es 10 km weiter zu einem Deutschen, der dort auf der Klippe Thüringer- Würstchen verkauft. Die schmecken sogar und man bekommt ein „Diplom“ das man die letzte Wurst vor Amerika gegessen hat.
Beschreiben kann ich das wirklich nicht, was wir Heute alles erlebt und gesehen haben. Ich, für meinen Teil, liege die halbe Nacht wach und habe Bilder im Kopf die für eine vierte Folge von „Herr der Ringe“ reichen würden. 

Also hier das passende Bildmaterial.

Wir fahren bis kurz hinter Aljezur und übernachten auf dem Campingplatz „Campismo do Serra“. Er ist angelegt unter lauter Eukalyptosbäumen und das riecht man auch.

até breve

Blog 122 „Abschied von Fuseta“

Am 22.04.23 verlassen wir schweren Herzens Fuseta, so oll es auch hier und da aussieht, so viel Leben ist jedoch in der Stadt. Mareike und ich sind uns aber einig, dass wir hier bestimmt nochmal hinfahren werden. Wir folgen der N125 gen Westen. Diese Straße wird auch vom Ermittlertrio aus den Krimis immer wieder in alle Richtungen benutzt. Den ersten Halt machen wir nach ca. 10km in Olhao.

Wir finden auf einem Wohnmobilstellplatz eine Parkmöglichkeit und schlendern zu den Markthallen. Das nenne ich mal einen Markt! Wenn man da an unser Märktchen in Fuseta denkt und hier diese zwei riesigen Hallen besucht, erschlägt einen die Vielfalt der Waren, die hier angeboten werden. Eine Halle ist nur für Sachen aus dem Meer und die andere Halle steht für Obst und Gemüse. Dazwischen und an der Promenade  sind die fliegenden Händler mit Erdbeeren, Klamotten, Schnecken, lebenden Hühnern und Dingen, die ich noch nie gesehen habe. Mich erschlägt das gerade ein wenig. Das beschauliche Fuseta mit dem Cafe „o Farol“, der Ria Formosa, dem Bouleplatz und den wenigen Menschen steht nun das hektische Treiben einer Großstadt gegenüber. Mareike geht in die Stadt und ich suche mir ein Straßencafe und gehe einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nach – Leute beobachten. Bevor Mareike geht, fragt sie mich noch auf was ich denn mal Lust hätte und ich sage so aus der hohlen Hand „auf einen Döner“. Und tatsächlich sehe ich sie von weitem auf mich zukommen mit etwas silbrigen in der Hand. Ein „Minidöner“ kaum was drin und kaum was dran, gekauft bei Ranjid dem Inder. Dem würde ich gerne mal einen Döner von unseren Dönermann aus der Rodheimer Straße in Giessen anbieten – nur so als Geschäftsidee. Er könnte reich werden – oder er wechselt zum programieren. So klein der Döner ist, quält er mich doch den ganzen Tag. Schnell noch eine riesen Kiste Erdbeeren und weiter auf der N125 Richtung Westen. Die Strecke ist nicht schön. Es geht vorbei an Faro, Albufeira, wo all die Engländer sind. Dann über Lagos nach Sagres. Eigentlich wollten wir in Lagos halten und dort übernachten. Der Campinglatz war aber so, wie sagt man heute „spooky“, dass wir weiter gefahren sind nach Luz. Auf diesem Campingplatz, den uns Siggi und Moni schon empfohlen hatten, verbringen wir eine sehr ruhige Nacht. Wir schlafen gut und nach dem Frühstück geht es weiter nach Sagres. Wir sind sehr gespannt.
Übrigens gelten die vielen Graffitis als eines der Wahrzeichen der Stadt.

até breve

Blog 121 „Fuseta 2 etwas Geschichte“

In den Krimis über Leander Lost, erfährt man nicht nur Dinge über die Menschen, das Essen oder über die Landschaft, sondern auch etwas über die Geschichte Fusetas. Erbaut durch die Mauren, nannte man sie früher die Stadt der Millionäre. Die Thunfische zogen vom Atlantik zum laichen ins Mittelmeer. Ihre Reise führte entlang der Algarve dicht an Fusetas Küste entlang. Im Kanal lagen viele Fischtrawler, die Tonnen von Thunfisch fingen. Geht man heute durch die Stadt, sieht man hier und da noch prunkvolle Häuserfasaden oder schöne Mosaike im Straßenpflaster der Fußgängerzone. Dann wandelte sich das Klima und die Thunfische zogen nicht mehr direkt an der Küste gen Mittelmeer, sondern weiter draußen im Atlantik. Dazu kam, dass die Hafeneinfahrt durch die Ria Formosa, anfing zu versanden und seitdem können nur noch kleine Fischerboote im Kanal festmachen. Die Flotte der Fischtrawler zog um ins benachbarte Olhao. Was nun von Fuseta übrig bliebt ist für mich dennoch sehr sehenswert. Der Campingplatz liegt direkt am Kanal und am Dreh und Angelpunkt der Stadt. Man ist an der Ria Formosa und kann dort super surfen oder Kitesurfen. Es gilt aber die Ebbe- und Flutzeiten zu beachten. Da verändert sich das Bild am Strand oder im Kanal mächtig.

Fuseta lebt von seinen Restaurants und Bars. Ich habe selten eine so kleine Stadt (ca. 7000 Einwohner) bereist, die über so vielen Kneipen verfügt. Alleine um den Campingplatz gibt es 6 Bars und 5 Restaurants, die alle einen riesigen Grill vor ihrem Laden stehen haben. Aus der Kühltheke, neben dem Grill, sucht man sich seinen Fisch aus und  der wird dann direkt vor seinen Augen zubereitet. Tintenfische, Garnelen und Muscheln werden genau so angeboten wie Fleisch oder Huhn. Liebhaber, von allem was aus dem Meer ist, kommen hier voll auf ihre Kosten. Was mir gut gefällt ist, dass es überall eiskaltes „SUPER BOCK“ oder „SAGRES“ gibt. Zwei Biere die auch in 0,2ml Einheiten angeboten werden. So sind sie schnell getrunken und somit immer kalt und frisch. Auch der traditionelle Nachtisch „PASTEIS DE NATA“ schmeckt sehr lecker und steht fast täglich auf unserem Einkaufszettel. Es sind kleine Blätterteig Hütchen gefüllt mit Vanillepudding. Orangen, Erdbeeren oder Misporo bekommt man an jeder Ecke. 

Der Campingplatz hat was von „Woodstock“ und „die Kinder aus Torremolinos“. Überall stehen alte Camper oder Wohnwagen, die seit Jahren nicht mehr bewegt werden. Die Herrschaften, die hier aus manchem Oldtimer krabbeln, sind irgendwie auf ihrer Zeitreise im „Flower Power“ Zeitalter steckengeblieben. Aber gerade das, finde ich, hat was. Die Vielfalt der Menschen, die sich in Fuseta bewegen sind nicht nur sehr international, sondern auch in ihren Lebensbildern sehr bunt, vielfältig und anders.

Ich werde bestimmt nochmal nach Fuseta kommen und die Krimis kann ich nur empfehlen. Lest sie aber bitte der Reihe nach, denn sie bauen aufeinander auf.


até breve

Blog 120 „Fuseta 1 – eine Zeitreise“

Nun sind wir endlich in Fuseta und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuch mal zu erklären, warum dieses Ziel so wichtig für mich ist. Wir wollten ja die Portugal-Tour schon letztes Jahr von August bis Ende Oktober machen. Dann musste ich aber wieder ins Krankenhaus und wurde nochmal operiert. Danach brannten in Spanien und Portugal die Wälder, die Coronalage war noch eine andere und wir wären im August voll in die Ferienzeit der Franzosen dort aufgeschlagen – und das ist kein Spass! Wir verschieben folglich die Reise in den April 2023. Just in dieser Phase schenk mir mein Freund Stefan Koch  ein Buch von Gil Ribeiro alias Holger Karsten Schmidt, einem deutschen Krimiautor. Dieser war in seinen jungen Jahren per „Interrail“ an der Algarve und hat diese Gegend lieben gelernt. Er schreibt aus, um und über das kleine Städtchen Fuseta. Seine Krimis, die über die Hauptfigur Leander Lost, einem Asperger Kriminologen, der im Rahmen eines EU Austauschprogramms von Hamburg an die Algarve versetzt wird.

Der Autor versteht die Spannung eines Krimis mit dem „Way of Live“ der Fusetaner sehr liebevoll zu verknüpfen. Die Beschreibungen in den Büchern (bis jetzt gibt es sechs Bände) sind sehr einfühlsam, über die Menschen und deren Charaktereigenschaften sowie den „Stimmungen“ bezüglich des Lichtes und des Wetters. Während des Lesens vom 1. Band habe ich die Beschreibungen der Cafés, Bars und Restaurants, sowie Straßen und Plätze, auf Google Earth nachgeschaut und siehe da, alle Namen und Orte gab es wirklich. So lerne ich Fuseta während des Lesens auch visuell sehr gut kennen. Ich weiß, dass das Lieblingscafe der drei Ermittler Graciana Rosado, Carlos Esteves und dem deutschen Leander Lost das „o Farol“ hinter dem Campingplatz liegt. Und nun sitz ich da fast jeden Tag, kenne die Kellner und lerne am letzten Tag sogar noch den Chef kennen.

Damit ihr jetzt erstmal einen Eindruck bekommt, zeige ich Euch mal ein paar Aufnahmen, die ich mit der Drohne gemacht habe. Ich denke, ihr versteht dann meine „Liebe“ zu diesem magischen Ort.

até breve

 

Blog 119 „Reise nach Fuseta“

Die Fahrt nach Fuseta ist schnell erzählt. Es sind noch um die 200km. Wir passieren Sevilla und fahren dann weiter über Huelva nach Fuseta. In Sevilla ist es wie in Barcelona und Valencia. Aber in Huelva haben wir erstmals Berührung mit dem Atlantik. Es liegen kleinere Schiffe im Hafen, die Container be- und entladen.
Der Verkehr wird ganz ruhig. Am Straßenrand noch ein Wahrzeichen spanischer Werbung „el Torro“ und dann sehen wir eigentlich nur noch Störche bis zur Grenze. 
Dann ist es endlich da – FUSETA.


hasta luego

Blog 118 „Don Quijote de la Mancha“

Um 8.00 Uhr am 12.04.23 klingelt der Wecker und um 9.00 gehts weiter.
Wir fahren Richtung Sevilla, wieder nur Olivenbäume und eine wunderschöne weite Landschaft. Es bleibt weiter bergig – und dann kommen wir wieder über eine Kuppe und sehen plötzlich Schnee!!!! Ich sage zu Mareike „das ist kein Schnee, dass sind kalthaltige, weise Felsspitzen! Da hat sich der Herr Schlau aber mächtig geirrt. Wir sind kurz vor Afrika und es liegt tatsächlich Schnee!!! Wir fahren an der Sierra Nevada vorbei etwas über 2000m.
Thema Afrika – wir wundern uns, dass wir Verkehrsschilder mit arabischer Schrift sehen und man kann auf Rastplätzen Fährtickets kaufen. Abends, beim Blick auf die Karte, erfahren wir, dass wir kurz vor Gibraltar sind, da gehen die Fähren rüber nach Afrika. Der heutige Trip ist recht angenehm, da wir nur 300km fahren und wir finden in dem Städtchen La Puebla de Castell einen top ausgestatteten Stellplatz für ca 10 Wohnmobile mit Wasser, Abwasser und Strom und das auch noch gratis. Das Städtchen liegt auf einem Hügel mit einer imposanten Kirche. Hier wurde der Schriftsteller geboren, der den tragischen Romanhelden Don Quijote de la Mancha schuf. Nach dem Einrichten aller Campingutensilien machen wir uns den langen steilen Berg hoch in die Stadt. Da kommt Vaddi richtig ins Schwitzen.
Viele Straßen sind Alleen, die auf einer Seite mit Orangenbäumen bepflanzt sind. In der Mittagshitze (es sollen im Sommer bis zu 50 Grad sein) ist es sehr ruhig dort oben. Wir schlendern durch die Gassen und fotografieren. Anschliessend treffen wir uns in einem Park am Stellplatz und der Kioskbetreiber spricht ein Paar Brocken deutsch, ein Paar Brocken englisch und er erzählt uns viele lustige Geschichten. Eine ist, das die Frauen in Portugal alle Oberlippenbärte hätten. Als wir am nächsten Tag über die Grenze fahren schaut Mareike einer Frau am Straßenrand ins Gesicht und sagt, „stimmt ja gar nicht“. Aber dazu im nächsten Blog mehr.
Abends gibt es Merguez und Salat. Wir gehen früh ins Bett, denn morgen ist die letzte Etappe und wir sind an der Algarve kurz nach der portugiesischen Grenze.

Impressionen der Fahrt

Impressionen der Stadt

hasta luego

Blog 117 „plötzlich in einer anderen Welt“

Am 11.04.23 geht es wie immer um 9.00 Uhr weiter Richtung Portugal. Never change a running Departuretime! Heute fahren wir zuerst um Valencia, dann weiter nach Murcia, über Lorca bis nach Rey Vélez-Blanco.
Die Fahrt beginnt wie die gestrige. Um Valencia herum das reinste Chaos. Nur Industriegebiete, Wohnsilos und kaum ein Fleck unbebautes Land. Dazu kommen schlechte Straßen und viel Verkehr. Mich hat es schon recht genervt. Doch ab Murcia geht es dann Richtung Sierra Nevada und was einem da landschaftlich geboten wird ist schon sehenswert. Olivenbäume so weit das Auge reicht und Obstplantagen. Die Ortschaften dünnen sich aus und die Farbe weis für die Häuser übernimmt die Oberhand. Die Plantagen sind geradezu liebevoll angelegt und sehr gepflegt. Hier fliegt kein Plastik durch die Gegend. Der Verkehr dünnt sich aus und wir fangen an zu krabbeln. Bei über 1200 Höhenmetern geht es über die erste Anhöhe. Von dort oben hat man das Gefühl über ganz Spanien schauen zu können – atemberaubend! Dann geht es etliche Kilometer wieder bergab, um dann wieder zu krabbeln. Siggi sagt mir am Abend einmal hatte er Angst ich würde den Berg nicht schaffen. Da fuhren wir mit unter 40km/h auf der zum Glück vorhandenen Kriechspur. Was uns noch aufgefallen ist, sind die wechselnden Bodenbeschaffenheit. Von fast weis über ocker bis dunkelrot ist das Farbenspiel der Erde.
Und immer wieder kuriose Felsmassive.
Zeit ein Nachtlager zu suchen. Laut unserem Navi soll es in Rey Vélez-Blanco einen Campingplatz geben. Das Dörfchen muß über sehr viel Wasser verfügen, denn überall ist es grün und es wird bewässert. Das Navi führt uns aus dem Ort heraus und einen Berg hoch, den unser Kutter nur noch mit 30km/h bewältig. Kurz bevor ihm und auch uns die Luft ausgeht sind wir auf einem Hochplateau angekommen, auf dem sich der Campingplatz „Pinar del Rey“ befindet. Ein unglaublicher Ausblick animiert mich zu meinem ersten Drohnenflug. Abends gibt es Bärlauchpesto mit Salat und Rotwein. Völlig Reizüberflutet falle ich ins Bett und bei nur ca. 10 Campinggästen ist es Nachts totenstill.

Impressionen unserer Fahrt…

hasta luego

Blog 116 „viva Espana“

Am 10.04.23, Ostermontag, brechen wir auf Richtung Spanien. Es war sehr ruhig auf dem Campingplatz, aber zu Ostern wurde es dann sehr voll. Abends war dann wieder das uns bekannte Schild „COMPLET“ am Eingang zu sehen. Ich war zweimal auf dem Bouleplatz, habe aber leider keine Mitspieler getroffen. Zwei meiner drei Freunde waren noch gar nicht da. Norbert spielt in der Stadt im Boulodrome. Ich hoffe in Spanien oder Portugal zum Boule zu kommen.
Abfahrt wie immer 9.00 Uhr. Noch schnell getankt am Intermarche und ab auf die Bahn. Nach gut einer Stunde sind wir über die Grenze.

Die Autobahn nach Barcelona und weiter Richtung Süden ist seit kurzer Zeit Peagefrei. Da wir alle vier die wunderschöne Küstenstraße schon kennen, nehmen wir die Autobahn um Meter zu machen. Bis nach Fuseta in Portugal sind es von Atzbach immerhin 3005 km. Die Strecke, gerade um Barcelona, ist alles andere als schön. Hotelburgen, Industrie und schmuddelige Schrebergärten geben sich die Hand. Unser Ziel ist der Campingplatz „Garden Eden“ in Peniscola – haha ja ich weiss was ihr denkt – den Namen hat er abgewandelt… nein, hat er nicht. Es wird von den Spaniern halt anders betont. Peni-Scola. Dennoch musste ich das Thema natürlich nochmal aufgreifen. 

Der Campingplatz liegt hinter einer Reihe Hotelburgen. Er ist sehr groß,  jedoch schön von den Plätzen her. Wir machen einen Spaziergang auf der endlos, langen Promenade. Ostermontag, alle haben frei, viele Menschen, afrikanische Händler die Nike Schuhe für 40.- € verkaufen – komisch 🙂 afrikanische Frauen flechten den Touristen Zöpfe, alle sitzen auf der Promenadenmauer – eine sehr schöne Stimmung. Wir essen ein Eis und gehen dann zurück zum Campingplatz. Abends treffen wir Siggi & Moni in einer Tapasbar wo Mareike und ich essen. Es gibt Bier – viel Bier das, so eiskalt, einfach das größte für mich ist. Wenn es morgen nicht weiter gehen würde – naja vielleicht sitzt er ja noch da. In Gedanken bin ich hier und da noch am Tisch, denn das Essen war ok und der Kellner recht lustig.

Hier die Impressionen aus hihi Penis Cola!!!

hasta luego

Blog 115 „selten tat Sonne so gut“

Am 04.04.23 sind wir in Gruissan angekommen. Die Nacht war zwar auch frisch, aber kein Vergleich zu den Nächten davor. Geweckt werde ich von einem roten Sonnenaufgang direkt über dem Meer. Mittwochs ist Markt in Gruissan. Wir rödeln die Fahrräder ab und fahren alle zusammen in die Stadt. Der Markt ist noch recht überschaubar, da die Touristen erst an Ostern eintreffen. Wir schlendern in der Sonne über den Markt und genehmigen uns einen Kaffe und ein Croissant bei unserem Lieblingsbäcker. Danach geht es in die Stadt und die Drei gehen hoch zur Burgruine „Barberousse“. Von da hat man einen tollen Ausblick über die Stadt, die Lagune und die Saline und hinter all dem ist das Meer. Abends gehen wir ins Restaurant auf dem Campingplatz. Es ist wiedermal Besitzerwechsel, doch es schmeckt uns allen gut. Wir sind alle der Meinung, dass die Sonne nach dem langen und nassem Winter richtig gut tut.

Restaurant Panoramique auf unserem Campingplatz

Hier ein Paar Impressionen unseres Ausfluges!

a bientôt

Blog 114 „fliegen bis ans Meer“

Am Dienstag, den 04.04.23 fliegen wir los ans Meer. „Fliegen“? Nach den kalten Nächten und dem vielen Regen dürsten wir alle nach Sonne & Meer, zumal ja auch die letzten Wochen keinerlei Anlass zum sonnenbaden gaben. Der Kutter wird vollgetankt und dann beginnt die Umfahrung von Lyon.  Ungefähr in der Mitte passiert man das Fußballstadion von „Olympic Lyon“.

Hier haben wir schon öfters versagt und sind mitten durch die Stadt gegondelt – stundenlang. Diesmal geht alles gut und kurz nach Lyon nehmen wir die Autobahn, die uns 400 km später ans Meer bringen wird.

Vollgas bringt es der Kutter immerhin auf satte 110km/h, aber dann hat er auch Durst wie sein Fahrer. Mareike spielt die Stewardess während des Fluges ans Meer und versorgt uns mit Broten, Obst und Getränken. Mit Siggi & Moni sind wir per „Walkie Talkie“ verbunden. Das Wetter wird besser und man fühlt, dass es von Kilometer zu Kilometer wärmer wird. In Orange geht es dann rechts ab Richtung Nimes, Montpellier und Barcelona. Die Zeit vergeht wie im Flug. Noch einmal Tanken, einen Kaffe für meine drei Mitreisenden und gegen Mittag sind wir in Gruissan.

Schnell zum Intermarche einkaufen und dann einchecken in Les Ayguades auf dem Campingplatz „LVL“. Endlich Sonne, Meer und so gut wie keine Nachbarn. So kann man es erstmal einige Zeit aushalten.

a bientôt

Blog 113 „die Reise beginnt“

Am 02.04.23 um 8.00 Uhr, treffen wir uns in Heuchelheim an der Jettankstelle um das Abenteuer Portugal 2023 zu starten. Nebenan ist die Bäckerei Volkmann, wo sich noch mit reichlich Reiseproviant versorgt wird, dann geht’s los.

Wir, dass sind Siggi & Moni in ihrem VW T6 und Mareike & ich in unserem 30 Jahre alten Hymer S 670. Siggi kenne ich schon seit 1976. Wir waren zusammen das Trainerteam vom Rollstuhl Basketball Verein „RSV Lahn-Dill“, haben früher zusammen Dächer gedeckt,  in einer ältesten Studentendiscos Giessen´s, dem Haarlem, gearbeitet und auch schon in einigen Chaos WG´s zusammen gewohnt. Seine Frau Moni kenne ich auch schon sehr lange.
Das Wetter bei unserer Abfahrt könnte nicht schlechter sein um eine Reise in den Süden zu beginnen. Es schüttet wie aus Eimern, alles ist grau in grau und es ist saukalt. Die 1. Etappe führt uns erstmal nach Mainz, Speyer, Strasbourg und Mulhouse nach Lörrach zum Campingplatz „Drei LänderCamp“.

Dort treffen wir uns mit schweizer Freunden, für die ich in Giessen Teile für ihren Mercedes Camper besorgt habe. Wir essen zusammen im Restaurant des Campingplatzes zu Mittag und dann brechen die beiden auch schon wieder auf Richtung Schweiz. Ursprünglich wollten wir uns mit ihnen in Chalon nur Soane treffen, doch die Streiks in Frankreich sorgen mal wieder für wenig Benzin im Land. Siggi hat aber einen Plan ausgearbeitet, der uns durch die Schweiz bis Genf führen soll. Dort wird alles vollgetankt und unser Kutter  mit zwei 10L Kanistern ausgestattet, was uns dann punktgenau nach Gruissan bringen soll.
Nachmittags kommt sogar die Sonne etwas durch und wir machen noch einen Spaziergang durch Lörrach.

Abends sitzen wir vier dann bei uns im Kutter, essen zusammen, spielen etwas und entscheiden uns um. Da wir von Leuten erfahren haben, die aus Frankreich gekommen sind, dass es dort wohl doch Diesel gibt, sparen wir die beiden Vignetten und den teuren Diesel in Genf (über 2.-€) um doch durch Frankreich zu fahren.
Nach einer arschkalten Nacht geht es morgens um 9.00 weiter Richtung Süden. Die Grenze zu Frankreich ist nur 10 Kilometer entfernt – „vive la France“.

Wir fahren von Lörrach nach Mulhouse, Belfort dann entlang der Doubs auf der Route National bis Bourg en Bresse. Die Straßenränder sind bestückt mir unzähligen Bäumen, die übersäht sind mit Misteln. Troubadix hätte seine helle Freunde. Er könnte bestimmt die ganze Welt mit Zaubertrank versorgen.

Kurz vor Lyon stranden wir auf dem 2 Sterne Campingplatz „La Large“.

Die zwei Sterne verteilen sich wie folgt. Einen Stern vergeben wir für die wundervolle, moderne, elektrische Schranke des Campingplatzes. Der zweite Stern geht an das eiskalte „Licher Bier“ aus unserem Kühlschrank, das wir uns nach der Ankunft genehmigen. Die Nacht ist noch kälter wie in Lörrach. Die Autoscheiben sind sogar gefroren.  Das wollen wir alle vier vermeiden und so beschliessen wir hinter Lyon die „Autoroute de Soleil“ zu nehmen und bis Gruissan ans Meer zu fahren. 

a bientôt 

Blog 112 „Vorbereitung Portugal 2023“

Seit ca. 2 Wochen sind wir am Vorbereiten des Projektes „Portugal 2023“. Wenn man drei Monate unterwegs ist, will das Packen und die Planung  gut organisiert sein. Morgen bekommt der Kutter noch einen Ölwechsel und den obligatorischen Urlaubscheck. Mein Neffe Henry hat die letzte Woche schon den Kutter von außen gewaschen und nun blingt er in der Sonne. Mareike hat innen gefeutelt wie der Teufel. Eingräumt ist so gut wie alles, denn es soll am Samstag endlich los gehen. 

Wenn da wieder mal nicht die streikwilligen Franzosen wären. Es gibt wiedermal kein Benzin und so haben wir uns mit Kanistern ausgestattet . Wir fahren über die Schweiz bis an die Grenze in Genf. Dort tanken wir nochmal randvoll und füllen die Kanister.  Von Genf aus sind es dann nochmal 545 Kilometer bis Gruissan. Die schaffen wir hoffentlich gerade so mit den 20 Litern extra. Da sind wir erstmal in der Sonne und am Meer. Unser Tank ist zwar dann komplett leer, aber bis zur spanischen Grenze sind es aber auch nur noch 100 Kilometer. Da zapfen wir einfach noch ein Paar Liter aus Siggis T6 und dann sind wir in Spanien. Siggi kenne ich schon ca. 50 Jahre. Wir haben zusammen gewohnt und er war in meiner Zeit als Basketballtrainer mein Assistent. Er und seine Frau Moni begleiten uns auf dem Trip nach Portugal. Das wird bestimmt lustig und wir freuen uns schon sehr.

Überhaupt ist es toll wieviel Leute sich mit uns freuen. Täglich kommt Besuch, der sich von uns verabschieden will. Emails, Postkarten und Anrufe gefüllt mit den besten Wünschen und gepaart mit einer großen Portion Glück, begleiten uns dann am Samstag in das große Abenteuer.

a bientot
hasta pronto
ate breve

Blog 111 “ der Wal Teil 3″

Voller Tatendrang werden wir wach. Mareike nimmt einen kurzen Kaffee und geht dann in die Stadt zur kleinen Tankstelle und dann weiter zum Supermarkt. Nach einer guten halben Stunde kommt sie zurück mit schlechten Nachrichten. Es gibt an beiden Tankstellen keinen Sprit. Nun bekommen wir richtig kalte Füße und ich fange an zu telefonieren. Wir stehen direkt am Stadion und ich sehe die Jungs vom Gemeindebauhof ein paarmal vorbei fahren und beschließe, die Jungs zu fragen, ob wir 30 Liter Diesel bekommen können. Aber es kommt natürlich keiner mehr vorbei. So rufe ich auf der Gemeindeverwaltung an und frage dort, ob ich auf dem Bauhof Diesel bekommen kann. Die Frau am Telefon lacht mich nur aus und sagt, dass ihr Mann heute Morgen auch nicht zur Arbeit fahren konnte, weil er keinen Sprit mehr hat. Die nächsten sind die Polizei, doch auch die haben nicht mal Verständnis für meine Anfrage. Dann kommen mir die Bauern der Umgebung in den Sinn, die haben ja oftmals einen Dieseltank auf ihren Höfen für die Landmaschinen. Doch wie komme ich an Namen und Telefonnummern? Mareike geht tapfer jede Stunde zu beiden Tankstellen, um sich eine Abfuhr abzuholen. Die Dame vom Supermarkt hat ein Herz und gibt ihr ihre Telefonnummer, dann spart sie sich den langen Weg. Es kommt uns eine neue Idee. Lisa, unsere Freundin, wohnt im belgischen Arlon. Ein Blick auf die Karte zeigt uns, dass es nur 187 km bis zu uns sind. Ich ruf sie an und sie sagt sofort „kein Problem – ich setz mich nach Feierabend (12.00 Uhr) ins Auto, kaufe drei große Kanister und bin zwei Stunden später bei euch“. Uns fällt ein Stein vom Herzen, nun wissen wir, dass es wohl doch heute noch weiter geht. Ich rufe dann noch meinen Onkel und meine Tante an, denn sie sind eine Tagesreise hinter uns, um ihnen zu sagen, dass sie immer tanken sollen egal wieviel noch im Tank ist. Auch die beiden bieten uns ihre Hilfe an, aber erstens wird es schwierig in einem Wohnmobil drei große Kanister unter zu bringen und noch viel wichtiger ist die Tatsache, dass Hamsterkäufe bei Strafe verboten sind.

Von unserem Nachbar auf dem Stellplatz bekommen wir dann aber noch einen wichtigen Tipp. Die lokale Polizei, der Bauhof und die Sozialdienste haben wohl in Frankreich einen Vertrag mit E.Leclerc. Der Supermarkt beliefert also diese Organisationen mit Sprit und so werden diese Supermärkte in Sachen Lieferung priorisiert. Und tatsächlich gerade als wir mit Lisa alles organisieren wollen, sagt Mareike „ruf doch mal im Supermarkt an“. Siehe da – wir bekommen gesagt, dass gerade ein Tanklaster gekommen ist. Sie weiß aber nicht wieviel und was für einen Treibstoff er geladen hat. Ihr letzter Satz war aber, „kommen sie schnell, denn die Schlange ist schon ewig lang. Also Stromkabel raus und alles einfach in den Bus geworfen und dann beten, das wir die 800m noch schaffen. Wir schaffen es und ich frage einen Mann der beim Tanklasterfahrer war, ob er denn auch Diesel dabei hat – ja!!! Jetzt muss es nur noch genug sein, denn die Schlange ist so lang, dass wir zwei Stunden stehen bis wir endlich dran kommen. Wir können sogar volltanken und bedanken uns noch beider Frau vom Supermarkt. Ein letztes Abklatschen nach dem Bezahlen und dann auf Richtung Saarbrücken.

Abends sind wir zu Hause und wir beide reden noch tagelang von dieser Situation. So schließt sich der Kreis mit meinem gelesenen Buch und den Folgen, in die man schneller geraten kann, wie man denkt.

a bientôt

Blog 110 „der Wal Teil 2“

Im Internet erfahren wir, dass in drei der fünf Raffinerien gestreikt wird. Die Auswirkung ist klar, es gibt nur noch wenig Kraftstoff. Wir lachen am Anfang noch, denn es ist völlig surreal. An den ersten autofreien Sonntag, am „25.11.1973“ kann ich mich nur recht vage erinnern. Ich war gerade 13 Jahre alt. Doch das Lachen vergeht uns recht schnell. Man sitzt 163 km vor Saarbrücken fest und keiner weiß, wie es weiter geht. Unsere Nachbarn vom Stellplatz klären uns weiter auf, es gibt Camper, die schon seit Tagen hier fest sitzen. Nun beginnt unsere intensive Suche nach Diesel. Ich habe ausgerechnet, das wir bis Deutschland (Saarbrücken) etwa 30 Liter Diesel benötigen. Wir erfahren, dass an vielen Tankstellen der Kraftstoff auf 30 Liter begrenzt ist – das würde ja schonmal reichen. Nur woher bekommen? In der Stadt Charmes gibt es zwei Tankstellen. Eine kleine in der Mitte des Ortes und in etwa 800 Metern ein E.leclerc Supermarkt mit einer großen Tankstelle. Der Supermarkt hat am Sonntag zu und die Tankstelle im Ort ist zwar geöffnet, hat aber keinen Tropfen Benzin und Diesel. Wir erfahren von einer Frau, dass es wohl eine App gibt, die von den Usern gepflegt wird, die zeigt, was und zu welchem Preis, man wo bekommt. Wir finden auf der App eine Tankstelle in Bayon (13 Kilometer entfernt). Unsere Tankanzeige bewegt sich beim Anmachen der Zündung nur noch minimal, aber es ist Sonntag und wenig Verkehr – auf geht’s. Ich schleiche auf einer winzigen Straße im Standgas bis nach Bayon. Die Tankstelle ist auf einem Gelände eines Supermarktes und es sind Leute am tanken. Wir feiern und sehen uns schon Richtung Saarbrücken fahren. Doch dann die Ernüchterung – es gibt alles außer Diesel. Was nun? Nochmal die 13 km zurück nach Charmes, oder hier auf dem Parkplatz warten – ohne Strom, Wasser, Dusche und Entsorgung. Mareike möchte gerne bleiben, da sie glaubt, dass wir es nicht mehr zurück schaffen. Ich setzte auf unseren Kutter und schleiche die 13 km wieder zurück nach Charmes. Wir kochen und dann fangen wir an zu planen, wo wir Diesel her bekommen. Am Dienstag müssen wir zu Hause sein. Es ist ein komisches Gefühl einzuschlafen und nicht zu wissen, wie es weiter geht.

So etwas haben wir noch nie erlebt
An allen Tankstellen das selbe Bild

Gruselig

a bientôt

Blog 109 „der Wal Teil 1“

Ich habe ja schon am Anfang dieses Reiseberichtes erzählt, dass ich das Buch „DER WAL“ lese. Darin geht es um eine Pandemie, die ähnlich wie die „SPANISCHE GRIPPE“ viele Menschen tötet. Der Schriftsteller erzählt, welche Auswirkungen das auf die Infrastruktur hat. Die Leute gehen vor lauter Angst nicht mehr zur Arbeit. Wasserwerke fördern kein Wasser mehr, Lebensmittel werden nicht mehr befördert und so kommt das ganze System der Versorgung ins wanken. Dies zum Einstieg.

Wir fahren also nach dem Frühstück von unserem kleinen Campingplatz los und mein Blick auf die Tankanzeige verrät nichts Gutes. Mein Bus ist fast 30 Jahre alt und die Tankuhr ist nicht wie bei modernen Autos „sie können noch 56km fahren“, nein – bei mir beginnt ein rotes Feld und das sagt „nun solltest du mal tanken“. Wir hatten uns schon gewundert, dass beim ersten Tankstop in „GRANE„, eine so lange Schlange an der Tankstelle war.

Wir kommen also an die erste Tankstelle und wundern uns, dass die kompletten Zapfsäulen abgesperrt sind???? Noch ahnen wir nichts. Weiter geht es auf einer vierspurig ausgebauten Route National Richtung „NANCY„. An der nächsten Rastanlage das gleiche Bild – nun fangen wir an zu rätseln. Die Nadel der Tankanzeige verschwindet schon unter dem roten Bereich und so müssen wir abfahren. Wir landen an einem Sonntag in dem kleinen Städtchen „CHARMES„. Hier werden wir wohl Diesel bekommen – denken wir! Am Ortseingang empfängt uns die Feuerwehr, die die Straße absperrt. Ich frage, warum es nicht weiter geht und uns wird gesagt, dass in der ganzen Stadt ein riesiger Flohmarkt ist und somit die ganze Innenstadt gesperrt ist. Auf meine Aussage, ich müsste aber zur Tankstelle, werde ich ausgelacht „die hat eh kein Benzin“. Wie – eh kein Benzin? Sie sagen, es gäbe im Moment kein Benzin. Zum Glück ist in der Stadt ein schöner Stellplatz direkt an der Mosel mit Strom, Dusche, Toilette und Frischwasser. Hier stehen wir erst mal gut und ich beginne mal zu googeln, was das mit dem Sprit so auf sich hat.

Charmes“ an der Mosel
Unser Stellplatz in „Charmes

a bientôt

Blog 108 „allein auf einem Campingplatz“

Wir brechen nach dem Frühstück auf und fahren auf der Route National durch die „BOURGOGNE„. Kaum Ortschaften, kilometerlange Geraden und sanfte Hügel machen die Fahrt immer wieder zu einem Erlebnis.

Irgendwo auf der D 475 Richtung Nancy

Später folgt ein Gebiet unzähliger Seen. Wir fahren von der Route National D475 an dem kleinen Dorf Sellieres ab. Wir kaufen noch etwas ein und finden dann ein Schild zu einem Campingplatz. Er heißt „CAMPING DES ETANGS„. So was haben wir auch noch nicht gesehen. Vier Bungalows und ca. 10 Stellplätze, direkt an mehreren Seen.

Camping des Etangs

Ein ganzer Campingplatz für uns

Traumhaft. Es ist so still, kein Mensch ist auf dem Campingplatz. Laut Campingführer ist er aber noch geöffnet. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und fangen an zu kochen. Ich sage noch zu Mareike, die haben bestimmt eine Webcam am Eingang und wenn jemand kommt, setzt Vaddi sich auf´s Fahrrad und kommt kurz zum Kassieren vorbei. So ist es dann auch. Nach einer guten Stunde kommt jemand, bei dem wir bezahlen und sogar noch ein Eis kaufen können. Die Nächte werden nun schon frisch und wir merken, dass der Herbst nun in großen Schritten naht. In der Nacht wache ich einmal auf und bin fasziniert von dieser Stille. Lange liege ich wach und genieße die Ruhe. Am Morgen liegt Nebel über den Seen und der Abschied fällt uns schwer, doch am Dienstag warten zu Hause die ersten Termine und nun ist schon Sonntag morgen. Wir müssen weiter. WICHTIG!!! WIR MÜSSEN TANKEN!!!

a bientôt

Blog 107 „die letzten Tage in Gruissan“

Es ist Oktober und nun beginnt die große Abreise und Schließung. Unser Bäcker, der nur 200m vom Campingplatz entfernt ist, schließt. Der kleine Lebensmittelladen hat seine Verkaufsgestelle eingemottet, die Schilder abgehängt und seine Tür mit einem dicken Schloss verriegelt. In unserer Stammkneipe „LE CROQ“ ist am Samstag ein riesiges Abschiedsessen geplant. Leider bekommen wir keine Karten mehr. Das Fest geht morgens schon los und als ich gegen 15.00 Uhr zum „BOULEPLATZ“ gehe, sind alle schon picke packe voll. Die Chefin winkt mir, ich solle doch auf einen Drink rüber kommen, doch so komplett nüchtern in diese wirklich wild feiernde Meute einzutauchen, habe ich keine Lust. Wie ich abends zurück zum „CAMPINGPLATZ“ rolle, ist die Party vorbei und das gesamte Personal putzt, räumt die Terrassenmöbel weg, spült alles und macht das Restaurant winterfest. Es sieht schon komisch aus, wenn man jetzt vorbei geht und alles ist wie ausgestorben. Kein Fahrradverleih mehr, kein Strandlädchen, nichts – alles wirkt wie in einer Westerngeisterstadt. Fehlen nur noch die Gebüschrollen, die der Wind durch die Straßen treibt.

Unsere Stammkneipe „Le Croq“ in Les Ayguades

Gilbert läd uns zum Abschied nochmal zum Essen ein. Zusammen mit Norbert und Francoise verbringen wir einen netten Abend. Es werden alte Geschichten von legendären Boulepartien erzählt, aber auch von vielen Freunde, die uns mittlererweile schon verlassen haben. Boule wird halt doch vorwiegend von älteren Damen und Herren gespielt. Bei uns am Platz bin ich mit meinen 62 Jahren immer noch einer der Jüngsten. Es gibt Pizza von „TOM´S PIZZA„, Melone mit Parmaschinken und zum Nachtisch Apfelkuchen und jede Menge Wein. Satt und zufrieden laufen wir die ca. 2 Kilometer in der Nacht zurück zu unserem Bus. Unser Dörfchen ist wie ausgestorben. Auch auf dem Campingplatz leeren sich nun die Reihen.

Abschiedsessen mit Gilbert, Francoise und Norbert auf Gilbert´s Terrasse

Wir fahren am Freitag, den 07.10.22 zurück nach Deutschland. Es fällt uns schwer. Wenn wir im Mai zurückfahren, wissen wir, dass wir den ganzen Sommer noch vor uns haben, doch nun fahren wir von 24 Grad in die Kälte. Wir packen zusammen, Gilbert hilft uns noch beim Verladen der Fahrräder und dann geht es los. Unser erster Stop ist in „GRANE“ auf dem „CAMPING LES 4 SAISONS„. Das Örtchen liegt östlich der Autobahn auf der Höhe von „Loriol sur Drome“. Für Rollstuhlfahrer eher ungeeignet, denn der Platz liegt terrassenförmig an einem steilen Hang. Doch der Ausblick auf die Provence bis zu den Alpen entschädigt für den Hangplatz. Ich sitze in der nachmittags Sonne und lese. Mareike geht ins Dörfchen einkaufen.

Lesestunde am Nachmittag

Camping les 4 Saisons“ in Grane

„Grane“ mit Blick auf die Voralpen

Vollmond in „Grane“

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Blog 106 „Bilder vom Meer“

Uns ist aufgefallen, dass der Himmel dieses Jahr sehr besonders ist. Wir haben wenig Wind und so bilden sich täglich neue Wolkenformationen. Mareike nimmt dann zum Strandspaziergang die Kamera mit und so entstehen recht schöne Bilder, die wir hier in einem „Himmelspecial“ zusammengestellt haben. Wir hoffen, euch ein wenig in Urlaubsstimmung zu versetzen.

Himmel mit Meer Impressionen

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Blog 105 „Ausflug nach Narbonne Plage“

Wir fahren oft nach „NARBONNE PLAGE„, weil die Promenade dort sehr breit ist und an einem breiten, weißen Strand entlang führt. Ungefähr in der Mitte gibt es eine leckere Eisdiele. Mareike ging früher oft vom Campingplatz am Strand entlang bis Narbonne Plage und setzte sich dort in die Eisdiele. Jetzt haben sie die Furt am Ende der Lagune ausgebaggert und so müssen wir jetzt mit dem Fahrrad durch´s Landesinnere fahren.

Am Plage „Les Ayguades“ ist unser Campingplatz und am Ende(rechts) der Lagune war die Furt. die sie jetzt wieder vertieft haben. Ganz rechts ist „Narbonne Plage“.

Es sind aber nur ca. 3 Kilometer bis an den Anfang der Promenade. Die Promenade selbst ist bis zum Hafen nochmal 3 Kilometer. An der Promenade findet jährlich im September ein Drachenfest statt. Von einzelnen Drachen bis hin zu Formationen, kann man da gut einen ganzen Tag verbringen. Zwischendurch in eines der vielen Restaurants essen gehen und immer wieder in die Eisdiele.

Schokobecher in unserer Eisdiele

Wenn man noch einen Kilometer weiter fährt, kommt man nach „Saint Pierre la Mer“. Hier ist jeden Tag Markt. Am Strand von Narbonne Plage gibt es mehrere Kunststoffmatten, auf denen man als Rollstuhlfahrer bis vorne ans Wasser fahren kann. Außerdem kann man an den Wachposten spezielle Rollstühle ausleihen, mit denen man auch ins Wasser kann.

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Blog 104 „Fahrradtour nach Gruissan“

Am 29.09.22 (Mareikes Geburtstag) fahren wir mit den Fahrrädern nach Gruissan. Wir kennen da eine schöne Strecke entlang des „Plage du Grazel“, weiter zum Yachthafen „Port Rive Gauche“, dann über die Fußgängerbrücke rein in die Altstadt von Gruissan.

Blick vom Plage du Grazel nach Les Ayguades

Yachthafen von Gruissan

Yachthafen von Gruissan

Die Altstadt von Gruissan mit der Festung

Der leere Marktplatz von Gruissan. Das grüne Haus ist unser Lieblingsbäcker

An Markttagen (Mittwochs und Samstags) ist hier jede Menge los in den Gassen. Hier kennen wir nach so langer Zeit die Hotspots vom Markt, den kleinen Geschäften und Restaurants.

Auf dem Markt hat es uns vor allem der Olivenstand angetan. Hier holen wir die leckeren Senfoliven. Leider haben sie keine und ich frage nach dem Grund. Wir erfahren, daß 79,6% der Senfkörner aus Russland und der Ukraine kommen. Ich hatte mich schon gewundert, dass es bei uns zu Hause im Edeka, schon lange kein Dijonsenf mehr angeboten wird.


Wir bummeln durch die Gassen. Um diese Jahreszeit und ohne Markt, ist die Stadt sehr leer. In unserem Lieblingscafé gibt es ein Croissant und eine heiße Schokolade. Das nette Kunstlädchen, in dem wir schon einige Sachen gekauft haben, hat leider schon Saisonende.

Wir gehen im Restaurant „La Cranquette“ essen. Ein sehr skuril eingerichtetes Restaurant, dass mit einigen Preisen ausgezeichnet ist. Nicht nur „ausgezeichnet“, sondern man kann dort auch ausgezeichnet essen.

So vergeht ein schöner Tag, der im „Boulodrom Municipal“ endet. Hier spielen einige Jungs und Mädels, die früher bei uns in Les Ayguades gespielt haben. Dann muss es dort mal einen riesen Streit gegeben haben, so dass einige nach Gruissan abgewandert sind. Wir sitzen in der Nachmittagssonne, schauen beim Boule zu und fahren dann zufrieden zurück zum Campingplatz.

Der Aufgang zur Festung

Die Stadtkirche mit dem „Tour Barberousse“

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Blog 103 „Ausflug zur Saline“

Ein jährliches Ritual ist der Ausflug zur „Saline“ direkt am Dorfrand von Gruissan. Von unserem „Campingplatz“ sind es 9 km bis dorthin. Wir kaufen Salz in unterschiedlichsten Variationen. Knoblauch, Rosmarin, Pfeffer, Senf, Thymian, Paprika sowie grobes Salz für die Salzmühlen und Fleur de Sel. Dort findet man aber auch Öl von der „Mühle in Gruissan„, Wein aus der Weinkooperative, Nougat aus Montelimar, Senf usw. Nach dem Einkauf im Shop, kann man direkt an den Salinen die heimischen Austern verköstigen. Man sitzt mit Blick bis zum Meer. Leider ist es dort an bewölkten Tagen sehr voll.

a bientôt

Blog 102 „Gruissan wir sind da!!!“

Auf Wunsch eines einzelnen Lesers (vielleicht ist er auch der einzige) geht die Geschichte weiter. Der Leser ist Kai und einer meiner ältesten Freunde. Er wohnt in München und so sehen wir uns leider nicht oft, haben aber ausgemacht, uns nächsten Jahr auf den „GOLDEN OLDIES“ in unserer Heimatgemeinde zu treffen.

Am 17.09 fahren wir die letzten 225 km nach Gruissan. Nach einem kurzen Stück Route National geht es auf der A9 Richtung Barcelona.

Die Route von Guadargues nach Gruissan

Über „Nîmes„, „Montpellier„, „Béziers“ fahren wir in „Narbonne“ von der Autobahn ab. Nach weiteren 8 km kommt man über eine Kuppe und sieht „Gruissan„. Was für ein Gefühl. Ich vergleiche das immer, wenn man Gambacher Kreuz auf die A45 Richtung Siegen fährt und nach dem Örtchen Langgöns plötzlich unsere beiden Burgen Gleiberg , Vetzberg und den Dünsberg sieht. Dann wissen wir, jetzt sind wir zu Hause. Dieser Blick ist für mich Heimat und so geht es mir, wenn ich kurz vor Gruissan über die Kuppe fahre und sehe das Dörfchen am Meer.

Blick auf Gruissan mit dem davor liegenden „Etang de Gruissan

Es folgt das übliche Prozedere. Zuerst in der „Baguettine“ Brot holen, dann zum Intermarche einkaufen. Auf dem Weg zum Campingplatz fahren wir bei Gilbert vorbei, der uns herzlich begrüßt und dem wir wie jedes Jahr, einen Sixpack Licher Bier mitbringen. In der Rezeption kennt uns jeder und so braucht es keinerlei Formalitäten. Ich bekomme den Schlüssel einer Behindertendusche und fünf Minuten nach der Ankunft stehen wir auf unserem Platz.

Gruissan mit der Saline, oben Les Ayguades mit unserem Campingplatz (siehe Pfeil)

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Blog 101 „Gruissan wir kommen…Goudargues“

Von Saint Claire du Rhone nach „Goudargues“ macht es wenig Sinn, Route National zu fahren. Es geht durch eine Ortschaft nach der anderen mit unzähligen Kreisverkehren. Auf der „Autoroute du Soleil“ A7 geht es Richtung Süden vorbei an „Valence“ und „Montelimar„, bis zur Ausfahrt Bollene. Nach wenigen Kilometern ist man dann in Pont-Saint-Esprit, dem Ort, wo die Ardeche in die Rhone mündet.

Pont-Saint-Esprit“ – hier fließt die „Ardèche“ in die Rhone

Ein Fluss südlicher liegt die „Cèze„, an der das kleine Dörfchen Goudargues liegt. Wir finden, dass es eines der schönsten Orte in dieser Region ist. Auf dem malerischen Campingplatz namens „La Grenouille„, direkt an der Cèze, kümmert sich die sehr nette Chefin Delphine, um die Belange ihrer Gäste.
Inmitten der Hauptstraße mit all seinen Restaurant, fließt ein Flüsschen und man sitzt direkt am Wasser. Nahe des Flusses folgt der Bouleplatz, der sich Mittwochs in einen kleinen, aber feinen Marktplatz verwandelt. Hier gehe ich nachmittags zum Boulespielen. Die alten Männer dort kennen mich jetzt schon seit Jahren. Hier wird wesentlich ernsthafter gespielt wie bei uns in Gruissan. Man wird schonmal komisch angeschaut, wenn eine Kugel etwas zu lang oder zu kurz geraten ist. Während bei uns in Gruissan eine zu lange Kugel mit „na – hast du heute zu Mittag Pferd gegessen“, oder wenn sie zu kurz geraten ist „hat heute wieder keiner gekocht“, kommentiert wird.
Direkt am Campingplatz ist das alte römische Waschhaus.

Altes römisches Waschhaus von Goudargues

Dort sitzt man auf einer Steinumrandung und kühlt sich die Füße im eiskalten Wasser. Wir treffen Klaus und Irene. Mareike ist leider krank geworden und muss den Bus hüten. So wechsele ich, zwischen unserem und dem Wohnmobil der Beiden, hin und her. Wir erzählen, trinken ein Gläschen Wein, während Tante Irene die Patientin mit Äpfeln vom Bodensee versorgt.
Goudargues liegt ungefähr auf der Höhe von Avignon und die Nächte werden deutlich wärmer. Schade ist nur, dass es abends schon recht früh dunkel wird. Wir verbringen einige Tag hier und brechen am 17.09 auf zur letzten Etappe nach Gruissan.

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Blog 100 „Gruissan wir kommen…Saint Claire du Rhone“

Ab Chalon fahren wir auf der Autobahn A6, da in ca. 100 km Lyon folgt und da haben wir immer ein komisches Gefühl. „Lyon“ ist echt schon eine sehr große Stadt, wenn man bedenkt, dass wir seit Tagen nur durch kleine Ortschaften gondeln. Es gibt eine Ost, eine West-Umgehung und eine Autobahn mitten durch die Stadt. Auf allen dreien haben wir schon Stunden im Stau verbracht. Unser neues Navi versteht wohl auch die französischen Verkehrsmeldungen und so leitet es uns recht zügig durch die Stadt, in der wir noch nie Halt gemacht haben, wobei alle sagen, wie schön sie sein soll. Aber ich komme halt aus einem Dorf und so scheue ich Großstädte, wie der Teufel…
Südlich von Lyon fahren wir in Vienne nicht auf die Autobahn sondern bleiben auf der Route National entlang der Rhone und fahren nach „Saint Claire du Rhone“ auf den Campingplatz „Daxia„.

Ein kleiner Platz mitten in der Natur an einem Flüsschen mit Swimmingpool und Brötchenservice. Während der letzten drei Stunden haben wir merklich gespürt, wie die Temperatur ansteigt. Mareike beschließt nochmal kurz in den Pool zu springen. Leider hat er seit gestern geschlossen, so erfrischen wir uns an der Außendusche und geniessen die Abendstimmung mit lesen und Musik hören.
Da hier nicht nur der Pool geschlossen ist, sondern auch das Restaurant, wollen wir am nächsten Tag weiter nach Goudargues fahren. Dort sind wir mit meinem Onkel Klaus und meiner Tante Irene vom Bodensee verabredet.

Saint Claire du Rhone – ganz rechts ist unser Campingplatz „Taxi“

Campingplatz „Daxia“

Die Rhone kurz hinter Lyon

Ein Blick in die Provence

Flüßchen „LA VARÈZE“

Flüßchen „LA VARÈZE“

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Blog 99 „Gruissan wir kommen…“Chalon sur Saône“

Da das Wetter morgens nicht gut ist, beschließen wir so lange zu fahren, bis wir in die Sonne kommen. Also wird schnell gefrühstückt, getankt und dann geht es weiter auf der D474 über „Dijon“ nach „Chalon sur Saône„. Wir fahren die Route National gerne, da es durch wenig Dörfer und somit auch durch wenig Kreisverkehre geht. Ferner ist diese Strecke landschaftlich sehr schön, mit vielen Seen und den legendären „Charolais“ Rindern.
In Chalon finden wir einen Campingplatz, der direkt an der Saône liegt. Er ist sehr groß und liegt direkt an der Stadt. Da es uns hier sehr gut gefällt, beschließen wir zwei Nächte zu bleiben. Mareike geht in die Stadt einkaufen und ich sitze am Bus in der Sonne und lese „Der Wal“. Ein interessantes Buch, dass mir mein Freund Siggi geliehen hat und dessen Inhalt auf unserer Rückreise nochmal aktuell werden wird.
Mareike bringt Grillhähnchen und frisches Baguette mit – lecker!!!

Da dieser Campingplatz als „Durchreisecampingplatz ausgewiesen ist, wechseln praktisch fast alle Besucher nach einer Nacht. So gibt es viel zu sehen. Ich mache noch einen Drohnenflug während Mareike in die Stadt geht, in der es übrigens ein schönes Museum für Fotografie gibt. Am 12.09 geht es weiter Richtung Süden.

Chalon sur Saône“ – ganz rechts direkt am Fluß ist der Campingplatz

Innenstadt von Chalon sur Saône

Camping du Pont de Bourgogne Saint-Marcel

Fluß „Saône“

Genügend Platz für alle
Unser Bus unterm Baum

Blick auf die „Ile de Chalon sur Saone

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Blog 98 „Gruissan wir kommen…Vesoul“

Nach dem Frühstück bei Lisa nutzen wir noch die Gelegenheit, um in Luxemburg billig zu tanken. Naja, billig ist anders, aber wir freuen uns über die 1,91 €. Es geht über Landstraße und unsere Route führt von „Metz„, „Nancy„, „Epinal“ und „Luxeuil Les Bains“ nach „Vesoul„. Tolle Gegend – schön zu fahren.

Irgendwo in der Bourgogne

Hier gibt es einen recht guten Campingplatz „Camping Vesoul“ direkt an einem großen See. Da es während der Fahrt immer mal wieder geregnet hat, genießen wir die Abendsonne. Ich schau beim Boule zu und Mareike sitzt vorm Bus und liest. Abends gehen wir im Restaurant direkt neben dem Campingplatz essen.

Campingplatz in Vesoul

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Blog 97 „Gruissan, wir kommen… Arlon“

Nachdem wir unsere Sabbatzeit von August, September und Oktober 2022, auf April, Mai und Juni 2023 verlegen müssen, bleiben für 2022 vier Wochen Gruissan. Wir starten am 08.09 und fahren über Limburg, Koblenz und Trier nach „Arlon“ in Belgien. Dort besuchen wir Lisa, Fabien und die kleine Mila. Es ist wie immer sehr schön bei ihnen und abends gibt es auch noch leckere Burger.

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Blog 96 „endlich grünes Licht“

Ich war Heute nochmal in der Klinik und der Arzt hat gesagt, dass wir nach Gruissan fahren können. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie wir uns freuen. Die ganze Sache ist jetzt fast ein Jahr her. Einmal 3 Monate Krankenhaus und einmal 4 Wochen. Nun hoffen wir, dass es nun endlich gut wird. Gruissan wir kommen..

Die Zeit vertreibe ich mir im Moment mit viel liegen, (das muss ich laut Arzt) und ich filme und fotografiere wieder viel. Hier die letzten Bilder.

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Blog 95 „Rotenburg an der Fulda“

Am 29.07.22 brechen wir auf nach Rotenburg an der Fulda. Wir haben beschlossen, bevor wir im September nach Gruissan fahren, noch zwei „Testfahrten“ zu machen, um zu sehen ob der Kutter und alles drum herum in Ordnung ist.

Wir fahren Landstraße über Marburg, Treysa, Stadt Allendorf, Schwalmstadt und Bad Hersfeld bis zu einem kleinen Campingplatz direkt an der Fulda. Das kleine Städtchen Rotenburg muss früher einmal sehr reich gewesen sein. Lauter Fachwerkhäuser, einen Schlosspark und überall findet man Skulpturen. Es ist schön wieder unterwegs zu sein und ich merke, dass das genau meine Welt ist. Einfach losfahren und schauen was passiert – und es passiert viel. Am Samstag bekommen wir einen Anruf von Siggi der fragt, wo wir wären. Zwei Stunden später kommt er mit seinem Motorrad und hat sogar Zelt und Schlafsack mit. Wir gehen in den Biergarten des Campingplatzes und essen dort Schnitzel mit Bratkartoffeln und trinken jede Menge Bier. Abends im Bus gibt es noch ein kleines Spielchen und dann geht es zufrieden ins Bett. Ein wunderschöner Abend mit viel Lachen und unbeschwerter Albernei.

Am Sonntag morgen frühstücken wir noch zusammen und dann fährt Siggi weiter. Wir erfahren, daß am Abend im Schlosspark ein „Public Viewing“ sein soll. Es ist das Endspiel der Frauen Fußball Europameisterschaft. Da wir unter einem Baum parken und somit keinen Empfang über unsere Satellitenantenne haben, beschließen wir den Abend dort zu verbringen. Um 17.30 gehen wir los und es ist schon recht viel los. Im Schlosspark ist ein Restaurant mit Biergarten die dort auch selbst Bier brauen. Wir bestellen zwei „Helle“ und es schmeckt bei diesem Wetter herrlich. Zum Essen gibt es Würstchen und Steaks auf sehr leckeren Brötchen. Es ist also alles bestens gerichtet für das grosse Finale. Leider verlieren unsere Frauen weil die Schiedsrichterin einen für mich klaren Handelfmeter nicht gibt. Trotzdem war es toller Abend mit 600 Menschen dieses Ereignis zu feiern.

Am Montag frühstücken wir noch und dann geht es zurück nach Hause. Fazit – wir haben noch ein Paar Sachen vergessen einzupacken, doch sonst läuft der Kutter wie am Schnürchen.

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Blog 94 „die Zeit nach dem erneuten Krankenhaus“

Nachdem wir am Samstag vom Rhein abgereist sind, bin ich am Montag (13.06.22) morgens um 7.00 Uhr ins Krankenhaus und bin auch direkt operiert worden. Die Wunde wurde geklammert, d.h. das ich 21 Tage liegen muss. Ich bin dann nach zwei Wochen Krankenhaus entlassen worden und habe die restliche Zeit, bis zum Klammern entfernen, zu Hause gelegen. Ab dem 04.07.22 darf ich nun wieder sitzen. zuerst eine halbe Stunde, dann wird langsam gesteigert. Heute ist der 28.07.22 und mir geht es sehr gut. Ich hoffe, es bleibt so. Morgen starten wir zur ersten kleinen Tour nach Rotenburg an der Fulda.

Die nächste Tour geht wohl nach München zur EM und dann geht es am 08.09.22 endlich wieder nach Gruissan. Wir haben entschieden, die Sabbbatzeit zu verschieben. Sie soll nun im Frühjahr 2023 stattfinden.

Die letzten Tage habe ich mit fotografieren verbracht. Hier ein Paar Impressionen.

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Blog 93 “warum ist es am Rhein so schön“

Na weil dort so viele Schiffe fahren. Mittwoch, 18.05.222 wir sind in Bad Hönningen und stehen direkt am Rhein. Der Campingplatz heißt “Wellnes Rheinpark“ und liegt direkt an einer Therme. Es ist wenig los und wir haben nette Nachbarn aus dem Schwäbischen. Mareike schnappt sich ihr Badetuch und verschwindet in die Therme. Ich sitze vorm Bus schaue auf die Schiffe und genieße die Ruhe. Ich les seit langem wieder einmal einen Dick Francis und wünsche mir gerade, dass die Zeit mal einfach stehen bleibt. Leider habe ich aber auch im Kopf, dass ich am Montag morgen um 7.00 Uhr wieder in die Klinik muss. Optimismus fällt mir im Moment etwas scher, aber das wird schon. Abends gehen wir in das Restaurant vom Campingplatz indem wir überraschender Weise gut essen. Das wichtigste für mich ist aber „es gibt Kölsch vom Fass“, das trinke ich echt gern. Nach einer ruhigen Nacht ist es am nächsten Morgen wieder blau und wir frühstücken schön und spielen eine Partei Quirkle.

Für den Abend haben sie Gewitter vorhergesagt, ich kann es mir aber im Moment nicht so richtig vorstellen da es royal Blau ist und es geht kein Windchen. Mareike geht wieder zum planschen in die Therme und ich packe meine Drohne aus und filme ein Bisschen. Dann sitzte ich gemütlich unter der Markise und schneide auf dem iPad einen Film und bin ganz in meine Arbeit vertieft. Plötzlich entwickelt sich innerhalb von Sekunden aus dem Nichts eine Art mini Tornado. Mareikes Campingstuhl fliegt gegen den Tisch und alles kippt um. Während ich in aller Schnelle versuche die Kamera, Drohne, iPad und sonstiges zu sichern, klappt die Markise über´s Wohnidach und es entsteht ein einziges Trümmerfeld. Zerbrochene Gläßer, ein zerbrochenes iPad und eine zerstörte Markise ist das Resultat dieses heftigen „Überraschungsangriffes“. Zum Glück kommt Mareike, die in der Therme schon gesehen hat, was sich da zusammenbraut und wir sichern alles bevor es anfängt zu schütten. Wir sitzen im Kutter und es gießt wirklich wie aus Eimern und schauen unserem linken Nachbarn zu, wir er und seine Frau versuchen ihre Markise noch irgendwie zu retten. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und ich lecke mir die Wunden. Jetzt beginnt die Telefoniererrei mit der Versicherung. Mal gespannt wie das ausgeht.

Hier geht´s zum Video https://youtu.be/chg03y4hB1c

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Zum Bilder ansehen bitte auf einen Thumbnail klicken, oder über den Bildchen auf “Slideshow“

Blog 92 “die nettesten Menschen aus Arlon“

Sonntag, 15.05.22. Wir fahren los Richtung Arlon in Belgien. Wir sind mit Lisa, Fabien und ihrem Töchterchen Mila verabredet. Lisa kenne ich schon, da wurde sie gerade eingeschult. Für mich ist sie wie eine Tochter. Wir haben uns all die Jahre nie aus den Augen verloren und das wird auch sicher nie passieren.

Es gab eine Zeit, da haben wir uns Dienstags bei uns getroffen. Die Runde bestand aus Lisa, Mareikes Nichte Nele, meiner Nichte Helen, Marina, die Freundin eines schweizer Nationalspielers, den ich trainiert habe und es wurde oft ein “special Guest“ eingeladen, sowie Mareike und mir. Lange Abende mit Gesprächen, Lachen, Spielen und Musik hören. Die Runde hat sich leider aufgelöst. Nele ging nach ihrem Studium nach Köln, Marina zurück nach Spanien und Lisa begann ihre einjährige Weltreise, auf der sie Fabien aus Paris kennen und lieben lernte. Nach ihrer Weltreise zog sie nach Paris zu Fabien. Sie bekamen die kleine Mila und wohnen nun im belgischen Arlon, dass unweit von Luxemburg liegt, wo auch beide arbeiten.

Eiigentlich wollen wir noch bei Mareikes Nichte Maybrit in Trier vorbei fahren, die ist aber leider auf einer Exkursion mit der Uni unterwegs. So fahren wir durch bis Arlon und sind pünktlich zum Brunch bei Lisa & Co. Die kleine Mila ist echt vom feinsten und wir haben viel Spaß mit der Kleinen. Nach dem Essen gehen wir zum Spielplatz. Fabien und ich spielen eine Partie Boule, es gibt kaltes Super Bock und das Wetter tut den Rest zu einem Wohlfühltag. Leider müssen wir viel zu früh wieder nach Hause, da ja der Krankenhaus Termin noch aussteht.

Es ist sehr Schade, dass die drei so weit weg von uns wohnen. Die passen echt in die Welt und alle Treffen mit ihnen sind so leicht, voller Zuneigung und Wärme. Sie tun uns einfach gut.

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Blog 91 „endlich wieder losfahr´n…“

Freitag, 13.05.22 Wir wollen nach Belgien zu Lisa, Fabien und Mila fahren. Es wird die erste Fahrt nach drei Monaten Krankenhaus und fünf Monaten „Reha“. Bevor wir losfahren, bitte ich meine Hausärztin nochmal zu kommen. Die stellt leider wieder was unregelmäßiges fest und macht mir sofort einen Termin für Dienstag im Krankenhaus.

Trotzdem beschließen wir nach Belgien zu fahren. Wir brauchen einfach soziale Kontakte mit netten Menschen. Nach der blöden Geschichte mit dem Termin im Krankenhaus kann mich auch das Datum unseres Abreisetages nicht mehr schocken. Also rein in den Kutter, obwohl es Freitag der 13. ist. Mareike hat einen Stellplatz an der Mosel an einem kleinen Weingut gefunden. Telefonisch buche ich einen Platz für zwei Nächte. Es tut so gut wieder auf der Straße zu sein. Mein Vater erzählt mir mal, dass seine Vorfahren wohl Zigeuner waren. Mein Gefühl hinter´m Steuer sagt mir, dass er mir wohl mächtig was vererbt hat. Mareike macht ein Schläfchen und ich genieße die Fahrt mit unserer neuen „Routentante“ (würde Romana sagen). Es ist ein Garmin und speziell für Wohnmobilisten oder halt „Zigeuner“.

Wir kommen an der Mosel in Köwerich an und stehen mit noch vier Wohnmobilen auf einem kleinen, gemütlichen Platz hinter dem Haus des Weinbauers. Er führt dort eine kleine Straußwirschaft Namens „Offm´Herach“. Abends gehen wir bei ihm Essen. Er hat zwei Rotweine auf seiner Weinkarte. Einer aus dem Jahr 2017 und der andere aus 2020. Er lässt mich beide verkosten und mein nicht vorhandener Weinkennergeschmack sagt mir, das beide Weine sehr unterschiedlich schmecken. Ich frage ihn was der Unterschied ist, darauf er „keiner“!!! Es wären die selben Reben vom gleichen Weinberg nur das Jahr wäre der Unterschied. Der eine Wein ist sehr taninhaltig und der andere eher leicht und fruchtig. Da kann man mal sehen was das Wetter, sprich die Sonne ausmacht. Ich entscheide mich für den leichten Wein und nehme beim gehen auch noch zwei Flaschen mit. Wir sollen für alles zusammen 45.- € zahlen. Da er Geburtstag hat und allen Gästen noch einen Sekt ausgibt, geb ich im 50.- € und sage stimmt so. Darauf er „das ist zuviel, dafür mal ich euch noch ein Porträt von euch beiden. In kaum 10 Sekunden hat er auf seinem Bezahlblock unser Portät gezeichnet und wir haben alle viel Spaß mit ihm und seinem Ergebnis.

Die Nacht ist total ruhig, obwohl wir an der Mosel sind und die Straße direkt vor der Straußwirtschaft verläuft. Am nächsten Tag machen wir einen Spaziergang durch die Weinberge. Auf der gegenüberliegenden Seite der Mosel ist ein Startplatz für Gleitschirmflieger und so gibt es viel zu sehen. Am Nachmittag gehen wir in die Nachbarstraußwirtschaft und fragen dort nach Eis. Tatsächlich sagt die Frau sie hätte Caretta – das Heldeneis aus meiner Kindheit. Meine Oma führte über Jahre den Kiosk im Schwimmbad unseres Ortes und wenn ich dem Schöller Eismann morgens beim Ausladen half bekam ich immer ein Caretta. Nun sitzt ich an der Mosel und plötzlich fallen mir all die alten Geschichten rund um´s Schwimmbad ein. Frei, Fahrten, Jugend, Grund – und DLRG Leistungsschein wurden dort gemacht und wenn der Bademeister Helmut zum Mittagessen ging, wurde einer aus unsere Gruppe zur Beckenaufsicht gerufen. Tolle Erinnerungen an eine tolle unbeschwerte Jugend.

Mareike geht duschen und ich bleib in der Kneipe sitzen, denn es gibt eiskaltes Bitburger aus Tonkrügen. Ich kann mein Glück kaum fassen. Abends essen wir, noch immer in der Kneipe sitzend, Chicken Nuggets mit Pommes. Herz was willst du mehr, wenn man in der Jugend schwelgt.

Wir verlassen nach zwei Tagen diesen ruhigen netten Platz und es geht weiter über Trier nach Belgien.

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